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5 Wahrheiten über das Immunsystem

Immunsystem

Viele hatten bereits den Verdacht, langsam zeigen es auch die Zahlen: Die Erkältungssaison 2015/2016 startet mit besonders hartnäckigen und schweren Infekten. Woran liegt das? Vielleicht ist es einfach nur Zufall? Schwer zu beantworten ist es auf jeden Fall, deshalb stellt sich für uns vor allem die Frage: Wie schützen wir uns wirklich effektiv vor den aggressiven Viren und Bakterien? Wir haben Ihnen eine Liste von Wahrheiten und Irrtümern zusammengestellt:

1. Kann Händewaschen Erkältungen verhindern?
Wie oft am Tag waschen Sie sich die Hände? Nach dem Toilettengang und vor dem Essen gehört diese Hygienemaßnahme (hoffentlich) dazu, wie das tägliche Zähneputzen. Aber sonst? Folgt man den Ratschlägen von Experten in den Medien, dürften zum Beispiel Büromitarbeiter die Hälfte des Tages mit ihren Händen im Waschbecken hängen. Denn Viren lauern immer und überall: An Türklinken, auf Tastaturen, Kugelschreibern und auf Telefonhörern. Sich nach jedem Kontakt mit potenziellen Virenträgern die Hände zu waschen oder gar zu desinfizieren geht einfach an der Alltagsrealität vorbei. Und was noch wichtiger ist: Die Sinnhaftigkeit der (übertriebenen) Hygiene-Maßnahmen sind sowieso umstritten. In Wirklichkeit sind Erkältungsviren nämlich nicht besonders ansteckend. Bei einem schwachen Immunsystem können sie aber trotzdem krank machen. Viel wichtiger als der (vermiedene) Kontakt mit den Erkältungsviren ist also der Zustand des Immunsystems.

2. Wie entscheidend ist das Immunsystem?
Auf diese Frage kann man im Fall von Erkältungen sagen: Alles entscheidend! Denn während die meisten Menschen ständig den Erkältungsviren ausgesetzt sind, erkranken bei weitem nicht alle. Die häufigste Virenart, die eine Erkältung auslöst, sind die Rhinoviren. Sie sind praktisch immer überall da, wo Menschen sind. Entscheidend dafür, wer erkrankt und wer nicht, ist unser Immunsystem. Wichtig für ein funktionstüchtiges Immunsystem sind neben Bewegung, frischer Luft und Entspannung vor allem eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Diese liefert nicht nur Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate, sondern auch Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

3. Begünstigt Stress eine Erkältung?
Stress – vor allem, wenn er länger andauert – ist tatsächlich einer der größten Risikofaktoren für eine Erkältung. Denn durch den Stress schüttet der Körper Hormone aus (z. B. Cortisol), die das Immunsystem unterdrücken. Viren haben so leichtes Spiel. Das zeigt, wie wichtig innere Ruhe und Erholungsphasen sind, wenn wir körperlich gesund bleiben möchten. Wissenschaftler der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh haben zum Beispiel herausgefunden, wie sehr Schlafmangel dem Immunsystem schadet: Wer weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, erkältet sich demzufolge dreimal so schnell wie jemand, der mehr als acht Stunden pro Nacht schläft. Aber auch eine positive Lebenseinstellung stärkt das Immunsystem, wie Londoner Psychologen herausgefunden haben. Demnach erkranken Optimisten in Stresssituationen seltener als Pessimisten in der gleichen Situation.

4. Schützt Vitamin C oder Zink vor Erkältungen?
Es stimmt: Vitamin C ist ein wichtiger Bestandteil der gesunden Immunabwehr – aber eben nur ein Bestandteil. Ebenso wie Zink. Daneben sind auch Vitamin B6, B12, Vitamin D, Eisen, Selen, Kupfer und Folsäure wichtig für eine normale Immunabwehr. Diesen Vitalstoffkomplex zusammen mit den unterstützenden sekundären Pflanzenstoffen findet man aber nicht in synthetischen Tabletten oder Kapseln vom Discounter – sondern nur in natürlichen gesunden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, pflanzlichen Ölen, Kräutern und vielem mehr.

5. Verkürzen Medikamente die Krankheitszeit?
Trotz Erkältung voll im Leben? Viele Experten halten diesen Umgang mit Erkältungen gemäß der Werbebotschaft aus der Apotheke für wenig ratsam. Denn schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente unterdrücken lediglich die Symptome einer Erkältung. Man fühlt sich fit und kann vermeintlich weitermachen wie bisher. In Wirklichkeit aber ist man immer noch krank, das Immunsystem kämpft noch immer gegen den Infekt. Wer jetzt nicht auf die Signale des Körpers hört oder sie nicht hören kann, riskiert, die Krankheit zu verschleppen. Folgen können immer wiederkehrende Infekte sein oder im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung. Besser als symptomatisch gegen die Erkältung vorzugehen, wäre also, das Problem an der Wurzel zu packen, die Erkältung auszukurieren und gleichzeitig das Immunsystem bei seiner Arbeit zu unterstützen. Dazu gehört viel trinken, gesunde Ernährung, frische Luft und auch sich ausreichend Ruhe zu gönnen.

Cora Högl
Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita und hat 2016 die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin IHK absolviert. Sie liebt es, mit frischen Zutaten (am besten aus dem eigenen Garten) zu kochen und Neues auszuprobieren.

3 Kommentare
  1. Christiane sagt

    Hallo Leute, super Idee mit dem Blog,
    Alles was beschrieben wird ist wohl richtig, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass psychischer Stress der größte Auslöser für Erkrankung und somit auch für Erkältung ist. Mein Naturheilkunde-Arzt sagt zu mir “ man wird nicht angesteckt sondern man lässt sich anstecken.
    Das allerwichtigste für ein gesundes Immunsystem ist der Darm. Jeder Mensch sollte seinen Darm pflegen z. B. Mit Milchsäurebakterien, es gibt eine breite Palette an Darmpflegemitteln. (v. d. Red. gekürzt, bitte beachten Sie unsere Netiquette)

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